
Frauen in Führung
Aktuelle Erkenntnisse und Herausforderungen
Frauen sind heute in vielen Unternehmen in verantwortungsvollen Positionen tätig. Dennoch bestehen beim Zugang zu Führungspositionen und bei beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten weiterhin Unterschiede. Die aktuelle Studie Women in the Workplace 2025 von McKinsey & Company und LeanIn.Org untersucht, wie Frauen und Männer ihre berufliche Entwicklung erleben und welche Faktoren ihren Karriereweg beeinflussen.
Die Ergebnisse geben Einblicke in die Bedeutung von Förderung, Unterstützung und transparenten Karrierewegen.
Was zeigt die aktuelle McKinsey-Studie?
Der Bericht Women in the Workplace 2025 basiert auf Daten von 124 Unternehmen mit insgesamt rund drei Millionen Beschäftigten sowie Befragungen von etwa 10.000 Mitarbeitenden. Die Untersuchung bezieht sich auf den US-amerikanischen Arbeitsmarkt.
Drei Ergebnisse sind besonders relevant:
1. Unterstützung spielt eine wichtige Rolle bei der beruflichen Entwicklung
Die Studie zeigt, dass Frauen und Männer ähnlich stark an ihrer beruflichen Entwicklung interessiert sind. Frauen äußern jedoch auf mehreren Karrierestufen seltener den Wunsch nach einer Beförderung. Die Ergebnisse legen nahe, dass der Zugang zu Unterstützung und Förderung dabei eine wichtige Rolle spielt.
Der Einstieg in die erste Führungsebene bleibt eine Herausforderung
Auf 100 Männer, die 2025 vom Einstiegslevel auf die erste Führungsebene befördert wurden, kamen 93 Frauen. Bei Frauen of Color lag das Verhältnis bei 74 zu 100. Frauen besetzten zudem weiterhin einen geringeren Anteil der untersuchten Positionen auf oberster Führungsebene.
Die Zahlen beziehen sich auf die in der Studie erfassten US-Unternehmen und lassen sich nicht unmittelbar auf Deutschland übertragen.
Quelle: McKinsey & Company – Women in the Workplace 2025
Welche Faktoren beeinflussen berufliche Entwicklung?
Die Studienergebnisse verdeutlichen, dass berufliche Entwicklung nicht ausschließlich von Qualifikation und individueller Leistung abhängt. Auch die Strukturen und die Kultur eines Unternehmens können Einfluss darauf haben, welche Möglichkeiten Beschäftigte erhalten.
Dazu gehören beispielsweise:
- transparente Kriterien für Beförderungen und die Besetzung von Führungspositionen
- Zugang zu anspruchsvollen Aufgaben und sichtbaren Projekten
- regelmäßiges Feedback und strukturierte Entwicklungsgespräche
- Unterstützung durch erfahrene Führungskräfte und berufliche Netzwerke
- Vereinbarkeit von beruflicher Verantwortung und persönlichen Rahmenbedingungen
Diese Faktoren sind nicht ausschließlich für Frauen relevant. Sie können jedoch dazu beitragen, bestehende Unterschiede bei beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten sichtbar zu machen und gezielt zu überprüfen.
Die eigene Führungsrolle zwischen Verantwortung und Erwartungen
Mit einer Führungsposition gehen unterschiedliche Erwartungen einher. Führungskräfte müssen strategische Ziele berücksichtigen, Mitarbeitende begleiten, Entscheidungen treffen und häufig zwischen verschiedenen Interessen vermitteln.
Besonders anspruchsvoll kann es werden, wenn Zuständigkeiten unklar sind, Ressourcen fehlen oder Erwartungen nicht miteinander vereinbar erscheinen. In solchen Situationen sind Rollenklärung, Priorisierung und eine nachvollziehbare Kommunikation wichtige Bestandteile wirksamer Führung.
Für Frauen in Führungspositionen können zusätzlich Fragen nach Sichtbarkeit, Zugang zu Netzwerken und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten relevant sein. Dabei ist es wichtig, individuelle Erfahrungen nicht zu verallgemeinern: Die Herausforderungen unterscheiden sich je nach Branche, Organisation, Position und persönlicher Situation.
Was Unternehmen tun können
Neben der individuellen Entwicklung kommt Unternehmen eine wichtige Rolle zu. Sie können regelmäßig überprüfen, wie Karriere- und Beförderungsentscheidungen zustande kommen und ob Beschäftigte vergleichbare Möglichkeiten erhalten.
Mögliche Ansatzpunkte sind:
- klare und nachvollziehbare Beförderungskriterien
- strukturierte Talent- und Nachfolgeplanung
- gezielte Förderung von Führungskompetenzen
- gleiche Zugänge zu Entwicklungsprogrammen und anspruchsvollen Aufgaben
- eine Führungskultur, die unterschiedliche Perspektiven einbezieht
Entscheidend ist dabei, Maßnahmen nicht nur zu formulieren, sondern ihre Umsetzung und Wirkung regelmäßig zu überprüfen.
Weitere Hintergründe bietet der McKinsey-Beitrag What will it take for working women to rise?. Er ordnet Erkenntnisse aus mehreren Jahren Forschung zur beruflichen Entwicklung von Frauen ein.
Fazit
Die aktuelle McKinsey-Studie zeigt, dass berufliche Entwicklung von Frauen im Zusammenspiel verschiedener Faktoren betrachtet werden sollte. Individuelle Qualifikation und Engagement sind wichtig; ebenso relevant sind Unterstützung, transparente Karrierewege und die Rahmenbedingungen im Unternehmen.
Für Organisationen ergibt sich daraus die Aufgabe, Entwicklungs- und Beförderungsprozesse regelmäßig zu überprüfen. Für Führungskräfte bietet es sich an, die eigene Rolle, die vorhandenen Handlungsspielräume und die beruflichen Perspektiven bewusst zu reflektieren.
Quellen und weiterführende Informationen
- McKinsey & Company und LeanIn.Org: Women in the Workplace 2025
- McKinsey & Company: What will it take for working women to rise?
- McKinsey & Company und LeanIn.Org: Women in the Workplace 2024
Hinweis: Die Studien beziehen sich insbesondere auf den US-amerikanischen Arbeitsmarkt. Ihre Ergebnisse sind nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragbar. Der Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.